Alevitische Studien an der Universität: Melek Yildiz, Yilmaz Kahraman im Gespräch

Reinbold
Sie haben vorhin gesagt, Sie möchten gern noch weiter gehen oder sind schon dabei, weiterzugehen und wollen so etwas wie „Alevitische Studien“ an einer deutschen Universität etablieren. Ist da schon etwas entstanden?

Yildiz
Es gibt an der pädagogischen Hochschule in Weingarten das Fach „Alevitische Religionspädagogik“ als Lehramtserweiterungsfach. Es gibt sechs Seminarangebote, die in Form von Blockveranstaltungen absolviert werden. Man kann auch eine staatliche Prüfung ablegen. Zurzeit läuft es noch unter der Fachrichtung „Islamische Religionspädagogik“. Wir haben aber bereits einen Antrag gestellt, um es als eigenständige Fachrichtung zu etablieren. Der Antrag wurde angenommen. Es wird also ab dem Sommersemester 2013 unter dem Namen „Alevitische Religionspädagogik“ laufen.

Darüber hinaus gibt es Gespräche mit der pädagogischen Hochschule in Heidelberg. An der Kölner Universität haben wir einen Antrag gestellt, um die Fachrichtung „Alevitische Studien“ einzurichten mit einem Forschungsbereich. Die Kölner Universität hat intern eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die jetzt ein Papier vorbereitet. Der nächste Schritt wäre dann die Beantragung des Fachbereichs durch die Universität. Auch in Hamburg haben wir etwas vor. Geplant ist eine wissenschaftliche Stelle an der Akademie der Weltreligionen. Das Thema wurde im Text des Staatsvertrags aufgegriffen, der zurzeit zwischen der Stadt Hamburg und der Alevitischen Gemeinde Deutschlands verhandelt wird.

Reinbold
Weingarten, Heidelberg, Köln und Hamburg könnten zu Zentren alevitischer Lehre werden, wo die angehenden Religionslehrer das Alevitentum studieren können, so wie Muslime heute schon Islamische Religionspädagogik studieren können, in Osnabrück und in Tübingen und anderswo. Das heißt: An diesen Orten wird man dann über die Fragen, die wir heute diskutiert haben, wissenschaftlich fundiert und mit dicken Büchern Auskunft geben können.

Kahraman
Genau.

 

Video

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